Vermeiden der Ähnlichkeitshemmung

Ähnliche Lerninhalte sollten nicht zur gleichen Zeit gelernt werden, da es sonst zu gegenseitigen Beeinträchtigungen kommen kann. In der Rechtschreibung tritt das Problem z.B. bei Langvokalen auf.

Lang und betont gesprochene Vokale (ohne i)

In allen Wörtern dieses Bereichs werden die Vokale lang gesprochen. Sie können jedoch verschieden geschrieben werden:

  • Langvokal ohne Kennzeichnung: baden, kleben, Hof, Hut
  • Dehnungs-h: fahren, Lehrer, bohren, Stuhl
  • Silben-h: drehen, Ruhe, sehen, froh
  • Vokaldopplung: Haar, See, Boot

Beispiel 1: Das e in den Wörtern schwer, mehr, leer klingt gleich, es wird in allen drei Wörtern lang (gedehnt) gesprochen. Das Wort schwer wird jedoch mit e geschrieben, das Wort mehr mit eh und das Wort leer mit ee.
Beispiel 2: Das a in den Wörtern Bahn, Plan, Wahn, Kran wird jeweils lang (gedehnt) gesprochen. Die Schreibungen sind jedoch unterschiedlich.

Lang und betont gesprochenes i

  • Meist schreibt man das lang gesprochene i als ie: Tier, spielen, Biene.
  • In wenigen Wörtern wird es als i geschrieben: Apfelsine, ging, Tiger.
  • Sehr selten ist die Schreibung als ieh: ziehen, fliehen, sieht.
  • In drei Wörtern und in Ableitungen davon schreibt man ih: ihm, ihr, ihn.

Wirft man nun Wörter wie fliegen, fliehen, ziehen, ziemlich, dir, hier, wir, vier, Tiger, Tier in einen Topf, so ergeben sich Lernschwierigkeiten durch die Ähnlichkeit. Das i wird in allen Beispielen lang gesprochen, es wird jedoch als i, ie, ih, oder ieh geschrieben.

Pausen zwischen den Übungen

Ähnliche Wortschätze sollten deshalb zeitlich versetzt geübt werden. Nach dem vollständigen Lernen eines Wortschatzes sollte einige Wochen gewartet werden, bis der nächste Wortschatz dieses Bereichs gewählt wird.